Hamburg hat zwei queere Herzen, und beide schlagen ziemlich laut. Auf der einen Seite St. Georg mit der Langen Reihe direkt hinterm Hauptbahnhof, auf der anderen St. Pauli mit Reeperbahn, Kiezromantik und Partys bis in den Morgen. Dazwischen liegt die Alster. Hier ist dein Plan für ein queeres Wochenende im Norden.

Freitag: Ankommen in St. Georg

Praktisch: St. Georg liegt direkt am Hauptbahnhof. Du steigst aus dem Zug und bist quasi schon da, Koffer abstellen, los geht's. Die Lange Reihe ist die queere Hauptstraße der Stadt, St. Georg gilt schon seit den 1950ern als queeres Viertel. Laut Hamburg Tourismus konzentrieren sich die queeren Hotspots rund um St. Georg und St. Pauli. Für den ersten Abend:

  • Kyti Voo in der Langen Reihe, eine Café Bar mit Außenplätzen und gedämpftem Licht für den Cocktail am Abend
  • M&V Bar, ebenfalls an der Langen Reihe, laut hamburg.com ideal für einen Gin Tonic in einer gemütlichen Sitzecke
  • Cube in der Langen Reihe, modern und schlicht
  • Bellini Bar in der Danziger Straße als Treffpunkt zum Quatschen

Und dann ist da noch Toms, gegründet 1974, benannt nach Tom of Finland und mit Originalwerken des Künstlers an den Wänden. Die Bar ist nach eigener Aussage eine feste Größe der Hamburger Szene und hat nach einer großen Renovierung am 26. Februar 2026 wieder geöffnet. Das Motto: „Everybody welcome, be yourself, no dresscode“. In die Renovierung sind laut Toms auch Wünsche aus einer Gästeumfrage von Ende 2025 eingeflossen. Gut zu wissen: Laut Website ist der Einlass Männern ab 18 vorbehalten.

Samstag: Kuchen, Alster, Kiez

Vormittag: Frühstück an der Langen Reihe

Der Samstag startet mit Kaffee. Zwei Klassiker an der Langen Reihe:

  • Café Gnosa in der Langen Reihe 93, bekannt für hausgemachte Kuchen in einem schicken Interieur
  • Café Uhrlaub, mit deutschem Frühstück und warmen Gerichten zu jeder Tageszeit

Für Lesestoff, Kleidung und mehr schau bei Bruno's in der Danziger Straße vorbei.

Nachmittag: Raus an die Alster

Lass dir Zeit für einen Spaziergang an der Außenalster, das perfekte Programm, bevor es abends auf den Kiez geht.

Abend und Nacht: St. Pauli

Jetzt wechselst du die Seite. Rund um die Reeperbahn wartet das zweite queere Zentrum der Stadt:

  • Wunderbar in der Talstraße, laut Hamburg Tourismus ein absoluter Klassiker der Szene und seit den 1990ern eine Gaybar. Hier wird zu Hits laut mitgesungen.
  • Pulverfass Cabaret an der Reeperbahn, seit 1973 eine Bühne für Travestie und Drag
  • Club 136°, seit 2008 eine feste Adresse für House und ein junges, tanzwütiges Publikum

Zurück in St. Georg gibt es für Leder und Cruising übrigens den S.L.U.T. Club in der Rostocker Straße. Auch im Klubhaus St. Pauli und im Nachtasyl steigen regelmäßig queere Partys. Ein Blick in die Programme lohnt sich.

Sonntag: Langsam machen

Sonntag ist Brunchtag. Geh noch einmal zurück an die Lange Reihe, frühstücke lange und dreh danach eine letzte Runde durchs Viertel. Wer abends noch nicht genug hat: Hamburg Tourismus empfiehlt außerdem das MINUS mit ungewöhnlichem Konzept, hausgemachtem Eis und Beats bis spät, sowie das gemütliche Toom Peerstall, wo von Dragshow bis Jazzkonzert alles stattfindet.

Pride Hamburg: Termin für den Sommer

Wenn du die Stadt in voller Regenbogenpracht erleben willst, komm zur Pride Hamburg. Sie gehört zu den größten Prides im Norden Deutschlands, mit Konzerten, Partys und politischem Programm in St. Georg und St. Pauli. 2026 zog die Parade am Samstag, 1. August, durch die Stadt, auch durch St. Georg. Die Pride Week findet jeweils in den Tagen davor statt. Die genauen Termine für 2027 findest du rechtzeitig bei den Veranstaltenden.

Unser Tipp: Hamburg funktioniert auch außerhalb der Saison super. Lange Reihe im Herbstregen, ein Stück Kuchen im Gnosa und abends Mitsingen in der Wunderbar, da wird dir garantiert warm.

Quellen