Viele sexuell übertragbare Infektionen (STI) machen keine Beschwerden. Du fühlst dich fit, gibst aber trotzdem etwas weiter. Genau deshalb ist der regelmäßige Check so wichtig. Hier erfährst du, was die Deutsche Aidshilfe empfiehlt, wie die Tests ablaufen und welche Impfungen dich zusätzlich schützen.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Er hilft dir aber, gut vorbereitet in die Praxis oder zum Checkpoint zu gehen.
Wann du sofort zum Test solltest
Egal, wie dein Testrhythmus aussieht: Bei Symptomen wie Jucken, Brennen, Bläschen oder Geschwüren gehst du direkt zur Ärztin oder zum Arzt. Dasselbe gilt, wenn dir ein Sexpartner mitteilt, dass er eine Infektion hat.
Wie oft testen?
Die Deutsche Aidshilfe gibt grobe Richtwerte, die sich nach deinem Sexleben richten:
- Männer, die Sex mit Männern haben, mit wechselnden Partnern: mindestens einmal im Jahr auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper. Je nachdem, wie viele Partner du hast, bis zu viermal im Jahr.
- Sexarbeiter*innen: alle drei Monate auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper.
- Menschen mit HIV: einmal im Jahr ein STI-Check.
- Junge Frauen bis 26: einmal im Jahr ein Chlamydien-Test, den die Kasse übernimmt.
Wenn du PrEP nimmst, ist der Rhythmus ohnehin festgelegt: HIV-Test alle drei Monate, STI-Tests laut Robert Koch-Institut alle drei bis sechs Monate.
Was bei einem STI-Check passiert
Ein guter Check besteht aus mehreren Teilen. HIV und Syphilis werden in der Regel über eine Blutprobe getestet. Chlamydien und Tripper sitzen dagegen auf den Schleimhäuten, also in der Harnröhre, im Enddarm oder im Rachen. Deshalb wird dort gezielt getestet:
- Urinprobe: für die Harnröhre.
- Analabstrich: wichtig, wenn du passiven Analverkehr hast. Ein Urintest allein findet eine Infektion im Enddarm nicht.
- Rachenabstrich: sinnvoll bei Oralverkehr, damit du eine Infektion nicht unbemerkt weitergibst.
Trau dich ruhig, offen zu sagen, welche Praktiken du hast. Nur so wird an den richtigen Stellen getestet.
Wo du dich testen lassen kannst
- Arztpraxen: HIV-Schwerpunktpraxen, Hausärzt*innen, Urolog*innen oder Gynäkolog*innen.
- Gesundheitsämter: eine weitere Anlaufstelle für HIV- und STI-Tests.
- Aidshilfe-Checkpoints: in vielen Städten mit Beratung, die auf die Community zugeschnitten ist.
- Heimtest per Post: Die Deutsche Aidshilfe bietet mit s.a.m health einen Einsendetest an. Du machst die Proben zu Hause, ein Labor wertet sie aus. Getestet werden HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper, vorab gibt es eine Telefonberatung.
Impfungen: der unterschätzte Schutz
Gegen mehrere sexuell übertragbare Infektionen kannst du dich impfen lassen. Laut einer Übersicht der Deutschen Aidshilfe aus dem Jahr 2025 sind das unter anderem:
- Hepatitis A: von der STIKO empfohlen für Männer, die Sex mit Männern haben. Zwei Dosen.
- Hepatitis B: empfohlen für sexuell aktive Menschen mit wechselnden Partnern. Drei Dosen. Seit 1995 ist die Impfung für alle Kinder empfohlen, vielleicht bist du also schon geschützt.
- Mpox: empfohlen für Männer, die Sex mit Männern haben und wechselnde Partner haben, sowie für Sexarbeitende. Zwei Dosen.
- HPV: idealerweise im Alter von 11 bis 14 Jahren, aber auch später noch sinnvoll. Viele Krankenkassen zahlen bis etwa 26 Jahre, manche auch ohne Altersgrenze. Frag bei deiner Kasse nach.
Die von der STIKO empfohlenen Impfungen zahlen die gesetzlichen Kassen. Bei Mpox klappt die Kostenübernahme laut Aidshilfe (Stand Juli 2025) in 14 von 16 Bundesländern ohne Vorkasse. Wer selbst zahlt, muss mit Preisen zwischen etwa 60 Euro (Hepatitis A) und knapp 200 Euro (HPV, Mpox) pro Impfdosis rechnen.
Dein Mini-Plan
- Impfpass checken: Hepatitis A und B, HPV, Mpox.
- Testrhythmus festlegen, der zu deinem Sexleben passt, und dir eine Erinnerung im Kalender setzen.
- Beim Test offen über deine Praktiken sprechen, damit Urin, Anal- und Rachenabstrich passend gemacht werden.
- Bei positivem Ergebnis: behandeln lassen und Partner informieren.
Regelmäßig testen ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern einfach Selbstfürsorge. Und je normaler du damit umgehst, desto entspannter wird der Termin.
Quellen
- Deutsche Aidshilfe: Wer sollte sich auf welche Geschlechtskrankheiten wie oft testen lassen?
- Deutsche Aidshilfe Fachportal: Impfungen gegen Infektionen im Kontext sexueller Begegnungen (2025)
- Robert Koch-Institut: FAQ zur HIV-PrEP
- s.a.m health: STI-Heimtest der Deutschen Aidshilfe
- s.a.m health: Auf welche Geschlechtskrankheiten sollte man sich testen lassen?














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